*durchblick 4-  im rathausfolyer gundelfimgen ausstellung diversità 2020

      

durchblick 3-die wand, EKZ freiburg- landwasser 7.12.2019

Interaktive Kunstinstallations-Performance am Samstag, 7.12.2019 – Zeitraum: 10:00 – 13:30 Uhr

Die BÜCHERWAND ist Gegenstand und Metapher zugleich, denn sie versinnbildlicht eine Mauer, wie sie normalerweise aus Beton, Stein oder anderen Materialien hergestellt werden würde. Sie zeigt sich zunächst als eine nicht verschiebbare, undurchdringliche und verschlossene, dichte Frontfläche. Ausgerichtet ist diese ‚Bücherwand‘ vertikal. Sie ruft auch die Vorstellung hervor, machtlos einer Begrenzung gegenüber zu stehen oder einer Unveränderlichkeit ausgeliefert zu sein. Sie veranschaulicht allein schon in ihrer Begrifflichkeit „Wand“ ein Gefühl der Bedrohung, da sich der Zukunft die Freiheit zu entziehen scheint.

Doch die zu sehende Wand bzw. Mauer besteht in diesem Fall aus Büchern. Eine Bücherwand. Und eben gerade die Interaktion mit Büchern führt Menschen zusammen, denn Bücher sind Vermittler von Sprachen und Kulturen, erzählen Geschichten, machen neugierig und berühren zugleich – und sie bilden. Daher regt eine Wand aus Büchern Akteur*innen einer werdenden sozialen Plastik zu Nachdenklichkeit und Reflexionen an. Sie fordert dazu heraus, querzudenken, und macht Mut, sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen.

Eine zweite Bedeutungsebene findet sich in der künstlerischen Metapher der aneinandergereihten, bunten Buchrücken: Die scheinbar undurchdringliche Wandfläche symbolisiert zugleich als Farbflash die Vielfalt und Buntheit menschlichen Lebens und Menschseins. Unterschiedlichen Buchformate, Autoren, Verlage und Fraben stehen für gelebte Individualität.

„Durchblick3“
ist die vierte Folge einer durchplanten Serie von Performances im öffentlichen Raum. Mit unterschiedlichen Formaten und Themen soll die jeweilige Performance Menschen mitten im alltäglichen Leben und durch das Interagieren mit dem scheinbar alltäglichen Gegenstand Buch erreichen.

Performances

1. (Inter-) Aktion am Samstag, 7.12.2019 – Zeitraum: 10:00 – ca. 13:00 Uhr
Menschen / Gäste / Besucher und der Künstler bringen Bücher mit. Diese werden auf dem Platz des Einkaufszentrums Landwasser vertikal aufgereiht und nehmen dabei eine Breite von über 290 cm ein. Die gestapelten Bücherreihen sollen eine Höhe von ca. 200 – 230 cm erreichen

2. Aktion „Durchbruch“ – Zeitraum: 13:00 – 13:15 Uhr
Der Künstler Alfonso Lipardi wird bei der Hauptperformance “Durchblick”, einen weiteren Raum, jenen „hinter“ der Wand eröffnen, und versinnbildlicht solchermaßen die fortwährende „Freiheit“, Perspektiven zu verändern. Immer wieder wandeln sich durch nachfolgende Aktionen die Wahrnehmungen der Betrachterinnen und Betrachter von ihrem Umfeld vor Ort, wodurch das äußere Räumliche als großes Ganzes eingebunden wird und „Wände“ als eine Frage der Perspektive veranschaulicht werden.

 3. Interaktion – Zeitraum: 13:15 – 13:30 Uhr
Beobachter*innen, Passant*innen und Besucher*innen, jung wie alt, wie auch der Künstler Alfonso Lipardi, eröffnen gemeinsam einen weiteren Interaktionspart. Wichtig ist hier die Repetition des Überraschenden, des Zufälligen und somit Unbekannten, denn weder der Künstler noch die Partizipierenden wissen, was in den Büchern steht, welche Geschichten hier zutage treten.

Damit erreicht die Performance-Serie einen weiteren Höhepunkt, weil die scheinbar schweigenden Geschichten der Bücher, aber auch die Worte der Passant*innen, eine raumfüllende Expressivität erhalten. So kommt unmittelbar zu Gehör, was zuvor durch die Bücherwand verschlossen war.
An die Performance-Serie sollen sich Gespräche und Diskussionen anschließen, wodurch das, was in den Rezipienten in Bewegung und Resonanz geraten ist, in einem weiteren „Klangraum“ nachklingen und nachwirken kann.

Durch das Mitwirken der Menschen und Gäste vor Ort wird das gesamte Kunstprojekt zu einer sozialen Plastik.

Die Interaktion zwischen der Kunstinstallations-Performance, der Umgebung und den Menschen, die von Betrachtern wahlweise zu Akteuren – zu Lesenden, Zuhörenden – und wieder zu Betrachtern werden, bringt spontane, unvorhersehbar-explorative und spannende Aktionen hervor und lässt dadurch zeitgleich neue, ungeplante soziale Plastiken entstehen. In solchen Momenten schließlich verschmelzen Künstler, Betrachter und Objekt zu einem einzigen Kunstwerk.

 

durchblick 2 archäologische sammlung freiburg 2016

      

 

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